Künstlershop-Papiertest – Teil 2: Copic

2. Copic

Das Alkohol Marker Pad und das Perfect Colouring Paper aus dem Hause Copic gelten bei vielen Künstlern als DIE Markerpapiere schlechthin. Gerade für den Einstieg werden sie gern in Kombination mit den ersten eigenen Copic Markern erworben. In dieser Folge unseres großen Papiertests betrachten wir beiden Fabrikate und prüfen sie in Kombination mit Copic- und Stylfile Markern sowie den Chameleon Pens.

        

Perfect Colouring Paper                                     Alkohol Marker Pad

 

 

2.1. Copic Alkohol Markerpad

Das Alkohol Marker Pad Papier, welches in den Formaten DIN A4 und DIN A3 á je 50 Blatt erhältlich ist, ist mit 75g/m² recht dünn. Daher lassen sich zuvor angefertigte Skizzen auch ohne Leuchttisch gut durchpausen und darauf in Reinzeichnung bringen. Auf der Unterseite ist das Alkohol Marker Pad Papier mit einem Film beschichtet, der das Durchwirken von Farbe verhindern soll.

 

a) Stylefile Marker

Die Tinte der Stylefile Marker wird vom Alkohol Marker Pad Papier sehr gut aufgenommen und kommt kräftig und farbbrillant zur Geltung. Auch bei größeren Mengen Markertinte, wie z.B. bei Flächen oder Farbverläufen, verschwimmen die colorierten Bereiche nicht. Ein weiteres Plus: Die Beschichtung auf der Unterseite hält stand und die Farbe gelangt nicht auf das darunterliegende Blatt.

 

 

b) Copic Marker

Der Test mit Copic Markern, für die das Alkohol Marker Pad eigens geschaffen wurde, führt zu nahezu identischen Ergebnissen wie der der Stylefile Marker. Die Farben leuchten und auch bei der Handhabung gibt es keine Probleme – mit dem einzigen Unterschied, dass bei üppigem Auftrag die Tinte dazu neigt, den Film an der Unterseite des Blattes schneller aufzuweichen. Hier sollte man daher zur Vorsicht ein Löschblatt unterlegen.

c) Chameleon Pens

Bei der Coloration mit den Chameleon Pens wurde viel „nass-in-nass" gearbeitet. Umso erstaunlicher war hier das Resultat, dass die Rückseite des Alkohol Marker Pad Papiers trotz des großzügigen Farbauftrags unversehrt blieb. Im Gegensatz zu den Stylefile- und Copic Markern ähnelt die Wirkung der Tinte durch leichtes Ausfransen auf dem Blatt eher einer Coloration mit Aquarellfarben. Der Blender des Chameleon Pens braucht eine Weile um zu trocknen, sodass auch komplexe Verläufe und Farbgebungen in Ruhe ausgearbeitet werden können.

Fazit:

Das Alkohol Marker Pad ist für alle drei Marker-Typen bestens geeignet und empfehlenswert für den Einstieg.

 

 

 

2.2. Perfect Colouring Paper

Das Perfect Colouring Paper ist mit einer Stärke von 250g/m² gut dreimal so kräftig wie das Alkohol Marker Pad. Eingeschweißt als Bogenware ist es in den Größen DIN A4 und DIN A3 á je 10 oder 50 Blatt erhältlich. Die Oberfläche ist sehr glatt und damit schonend für die weichen Brush-Spitzen der Marker. Das Perfect Colouring Paper ist nicht beschichtet und somit beidseitig verwendbar.

Tipp: Sollte man nicht sicher sein, ob eine Papiersorte für die Coloration mit Markern geeignet ist, lohnt es sich, die Oberfläche in Augenschein zu nehmen und – falls möglich – mit dem Fingerrücken darüber zu streichen (keinesfalls mit der Handinnenfläche oder Fingerspitze, da so Fettflecken entstehen können und der Händler das Papier im ungünstigsten Fall aus dem Verkauf nehmen muss). Ist diese samtig und glatt, ist das Papier für Marker verwendbar. Raue, faserige Papiere sind eher für Aquarell- und Wasserfarben geeignet und können durch ihre Struktur die empfindlichen Spitzen von Markern schnell beschädigen.

 

a) Stylefile Marker

Auf dem Perfect Coloring Paper gelingt die Arbeit mit den Stylefile Markern mühelos. Die Farben sind leuchtkräftig und verhalten sich auch bei großzügigem Tintenauftrag verlässlich. Die Technik „Nass-in-Nass" kann, trotz der stärkeren Saugkraft des Papiers, gut umgesetzt werden. Auf Grund der fehlenden Beschichtung ist es beim Perfect Colouring Paper grundsätzlich ratsam, ein Löschblatt unterzulegen.

b) Copic Marker

Auch mit den Copic Markern gelingt die Arbeit auf dem Perfect Colouring Paper hervorragend. Die Farben wirken – wie es bei den meisten dickeren Papieren der Fall ist – ein wenig heller als auf dem Alkohol Marker Pad Papier. Dies liegt daran, dass die feinen Farbpigmente der Markertinte tiefer in die Fasern hineingesogen werden. Ein Vorteil dieser Eigenschaft ist, dass es sich sehr sauber arbeiten lässt und ein ungewolltes Ineinanderfließen der Farben verhindert wird.

c) Chameleon Pens

Die Chameleon Pens entpuppen sich in Kombination mit dem Perfect Colouring Paper als Sorgenkind: Die integrierte Blenderflüssigkeit wird bei der Coloration zu schnell in das Papier hineingesogen und trocknet an, sodass der Farbauftrag durch unschöne Schlieren geprägt wird. Diese Makel lassen sich durch nochmaliges Übermalen mit der Basisfarbe stellenweise beheben. Leider wirkt das Motiv mit den Chameleon Pens im Resultat recht fleckig.
Die Farben erscheinen dennoch kräftig und es ist ratsam bei der Kombination des Perfect Colouring Paper und den Chameleon Pens darauf zu achten, dass die Flächen des vorbereiteten Motivs nicht zu groß sind, bzw. das Format auf eine kleinere Größe zugeschnitten wird.

Fazit:

Das Perfect Colouring Paper ist ein vielseitig verwendbares Produkt. Neben seinem Einsatz als klassisches Marker-Papier lädt es, auf Grund seiner Dicke, auch zur Verwendung im Bereich Scrapbooking und Stempeln ein. Für selbstgemachte Postkarten mit aufgeklebten Gestaltungselementen und die im Manga-Bereich beliebten KaKAO-Karten  ist es bestens geeignet.

Links:

Künstlershop-Papiertest – Teil 1: Stylefile

Künstlershop-Papiertest – Teil 3: Hahnemühle

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